Die Hygieneampel steht auf Rot

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Hygieneampel bzw. -barometer ist nach wie vor ein schwieriges Thema.
Zur Zeit läuft ein Pilotprojekt in Duisburg und Bielefeld; 2017 soll in ganz NRW das Hygienebarometer eingeführt werden.
Nun hat das Oberverwaltungsgericht Münster das Pilotprojekt vor fünf Tagen mit der Aussage, dass es keine rechtliche Grundlage nach dem Verbraucherinformationsgesetz gibt, gekippt. Die Ergebnisse der Behörde müssen demnach nicht veröffentlicht werden. Welche Konsequenzen darauf für die landesweite Einführung folgen, werden wir sehen…es bleibt spannend.
Hier finden Sie eine interessante Diskussion zwischen Vertretern der DEHOGA NRW und des Verbraucherschutzministeriums zum Thema “Hygieneampel”:

http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr2/wdr2-arena/index.html

Ich sage nur: “Spannend” ;-) !

Beste Grüße, und fröhliche Weihnachten!
Elke Jaspers

2300 können (wahrscheinlich) nicht irren

Liebe Interessierte,

vor einigen Tagen habe ich erfahren, dass mittlerweile 2.300 Personen den ersten interaktiven online-life Kongress des Arbeitskreises für Mikrobiologische Therapie e. V. zum Thema „”Revolutionieren Bakterien die Medizin?“” geschaut haben. In einem der vorherigen Einträge hatte ich ja auf diesen hingewiesen.
Ich selbst war Teil des Referententeams und kann nur sagen, dass es aus meiner eigenen Sicht ein Vergnügen war, hier mitgewirkt zu haben.
Ich freue mich nun sehr, Ihnen den link zur Aufzeichnung zur Verfügung zu stellen. Falls Sie also noch gucken möchten, ist das über diesen link möglich:

http://www.amt-kongress.de/aufzeichnung/

Viel Vergnügen!

Beste Grüße
Elke Jaspers

Neues zur Caritas-Leitlinie

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

es gibt ja immer was Neues.
Seit kurzem ist ein Ergänzungsband erschienen, der die berühmte “Caritas-Leitlinie”, ein wichtiges Werk zur Unterstützung der praktischen Arbeit in der Gemeinschaftsverpflegung, abrundet. Er kostet 12 € und ist im Lambertus-Verlag erschienen.

Hier finden Sie die Seite des Verlages, falls Sie das Werk bestellen möchten.

Die genauen Daten lauten:
Deutscher Caritasverband (Hrsg.) , Diakonie Deutschland (Hrsg.)
Ergänzungsband für Zentralküchen und Cook & Chill zu ‘Wenn in sozialen Einrichtungen gekocht wird’
Leitlinie für eine gute Lebensmittelhygienepraxis in Zentralküchen – Zusatzveröffentlichung zur Leitlinie für eine Gute Lebensmittelhygienepraxis in sozialen Einrichtungen
ISBN 978-3-7841-2703-3
1. Auflage, September 2016

Ihnen allen ein schönes Weihnachtsfest und guten Rutsch in das Neue Jahr!
Beste Grüße
Elke Jaspers

Stress als Mitverursacher des Reizdarms wissenschaftlich bestätigt

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir haben es ja alle geahnt, oder?
Die S3-Leitlinie Reizdarm, die zur Zeit überarbeitet wird (hier zu finden: http://www.dgvs.de/fileadmin/user_upload/Leitlinien/Reizdarmsyndrom/Leitlinie_Reizdarmsyndrom.pdf), war da noch vorsichtig. Der Einfluss von Stress bei der Entstehung wurde dort nur vorsichtig angesprochen:

„Statement 2-1-15: Eine eindeutige kausale Beziehung zwischen dem RDS und psychischem Stress konnte bislang nicht belegt werden.“

Im September diesen Jahres wurde das nun doch – wissenschaftlich – belegt: Stress begünstigt ganz klar die Entstehung des Reizdarmsyndroms. Ein guter Grund, beim Thema Diagnostik und Therapie des (Reiz)darms auch über Diagnostik und Therapie von Stress nachzudenken!

Die genaue Quelle lautet:
Löwe B, Lohse A, Andresen V, Vettorazzi E, Rose M, Broicher W. The Development of Irritable Bowel Syndrome: A Prospective Community-Based Cohort Study. Am J Gastroenterol. 2016;111(9):1320-9.

Interessant:
Klarer Konsens bestand allerdings in der Leitlinie darin, dass Stress negativ prognoserelevant für die HEILUNG des Reizdarms ist.

„Statement 1-1-3, Kommentar: So zeigen Patienten mit permanentem Lebensstress keine Besserung ihrer Beschwerden über 6 Monate im Vergleich zu 44% der Patienten ohne Lebensstress.”

Und auch interessant:

„Das Reizdarmsyndrom ist nicht mit der Entwicklung anderer gastrointestinaler oder anderer schwerwiegender Erkrankungen assoziiert.“

Die häufig geäußerte Behauptung, dass aus Reizdarm chronisch entzündliche Darmerkrankungen hervorgehen können, ist damit nicht zu halten…vorausgesetzt, dass die überarbeitet Leitlinie dies auch wieder bestätigen wird.

Beste Grüße
Dr. Elke Jaspers

Du bist was Du isst

Liebe Leser,

wie wichtig unsere Ernährung für unsere Darmbakterien und damit für unsere Gesundheit ist, finden Sie in diesem Artikel zusammengefasst, der in der Deutschen Lebensmittelrundschau erschienen ist.

Am 25. Oktober veranstalte ich u. a. zu diesem top aktuellen Thema auch einen Workshop auf der VKK Herbstakademie. Hier finden Sie Details zur Veranstaltung.

Angaben zum Copyright:
Der Artikel wird mit freundlicher Genehmigung von Gabriele Lauser, Deutsche Lebensmittel-Rundschau, B. Behr´s Verlag GmbH & Co. KG, hier veröffentlicht.
Bitte beachten Sie aber das Copyright, das nach wie vor bei dem Behr’s Verlag liegt.
Abb. 1 stammt von MVZ Institut für Mikroökologie in Herborn und wurde mit dessen freundlicher Genehmigung im Artikel verwendet. Bitte beachten Sie auch hier das Copyright, das nach wie vor beim MVZ Institut für Mikroökologie liegt.

Mit ballaststoffreichen Grüßen :-)
Elke Jaspers

Essen und schlafen – über den Wert des Selbstverständlichen

Liebe Leser,

welches Öl schütten Sie in den Motor Ihres Autos?

Natürlich nur das, das zum Motor Ihres Autos passt. Wir bezahlen gutes Geld dafür, dass unsere Werkstatt ein gutes Öl korrekt einfüllt, nachdem das verbrauchte Öl abgelassen wurde. Oder wir wälzen die Bedienungsanleitung und erkundigen uns in der Tankstelle genau, damit ja nicht das falsche Öl in unseren Automotor gelangt. Er könnte kaputt gehen, und es folgt eine teure Reparatur.
Und welches Öl schütten wir in unseren Motor?
Darauf wird – bezogen auf den größten Teil der Bevölkerung – deutlich weniger Wert gelegt. Dabei ernährt unserer Ernährung nicht nur uns – sondern bestimmt maßgeblich, welche Darmbakterien wir im Darm haben. Inzwischen wissen wir z. B. aktuell aus Tierexperimenten, dass Darmbakterien, die kurzkettige Fettsäuren produzieren, wichtig für eine intakte Bluthirnschranke und auch für gut funktionierende Mikrogliazellen sind.

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Online-Kongress zum Thema “gut-brain-axis”

Lieber Leserin, lieber Leser,

das Thema “Darm-Hirn-Achse” ist und bleibt spannend. Wollen Sie ein update über aktuelle Themen?
Dann kommen Sie doch online dazu: Am 20. November 2016 veranstaltet der Arbeitskreis für Mikrobiologische Therapie e.V. (AMT) seinen ersten interaktiven online Kongress. Es gibt spannende Vorträge rund zum Thema Darm-Hirn-Achse, und das Beste ist: Sie können das bequem von zu Hause aus verfolgen.
Gehen Sie einfach auf diese Webseite, dort finden Sie alle Informationen:
http://www.amt-kongress.de/

Beste Grüße
Dr. Elke Jaspers

Wenn Bakterien sprechen könnten – Lebensmittelhygiene für Verbraucher: Die Bedeutung der Händehygiene

Dies ist der Start einer kleinen Artikelserie zum Thema “Lebensmittelhygiene für Verbraucher”.

Wenn Bakterien, Schimmelpilze und Viren sprechen könnten, wäre unser Leben ganz schön verrückt. Das „stille Örtchen“ wäre kein stilles Örtchen mehr, denn allein in unserem Darm haben wir Menschen schon mehr Bakterien, als wir Körperzellen haben. Jeder Toilettengang wäre ein großer bakterieller Aufschrei…wer wird schon gerne heruntergespült! Allerdings würden wir auch positive Stimmen hören…nämlich dann, wenn wir uns nach dem Toilettengang nicht die Hände waschen. „Geh’ in die Küche“, würden die Bakterien auf unseren Händen uns zurufen, und zwar ziemlich laut, denn je nachdem, was auf der Toilette passiert, können das bis zu 100.000.000 Bakterien sein. Der Traum jedes Bakteriums ist es nämlich, aus einem Bakterium zwei zu machen, indem sie sich teilen. Da Bakterien, abgesehen von Wasser, zur Hälfte aus Eiweiß bestehen, brauchen sie auch viel Eiweiß, um sich zu vermehren. Deshalb mögen sie insbesondere eiweißhaltige Lebensmittel wie z. B. Fleisch, Hackfleisch, Eier, und Sahne, die in jeder Küche gibt. Und da es ist in der Küche meistens auch noch warm und feucht ist, freuen sich die Bakterien ganz besonders. So können sie z. B. das ungekühlte Mettbrötchen, das wir mit ungewaschenen Händen zubereitet haben, im Laufe des Tages zur Krankheitsfalle werden lassen, indem sie sich darin vermehren und Giftstoffe freisetzen.
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Gute Darmmikrobiota – gesundes Gehirn

Vor zwei Tagen gab es faszinierende Neuigkeiten in der renommierten naturwissenschaftlichen Zeitschrift „Nature Neuroscience“.
Für alle, die sich schon länger mit der großen Bedeutung der Darmmikrobiota beschäftigen, wird es keine große Überraschung sein – aber eine Freude zu sehen, dass die Wissenschaft die große Bedeutung der Darmmikrobiota für die menschliche Gesundheit mehr und mehr aufklärt.
Kurz gesagt, lauten die Ergebnisse wie folgt:
Die Darmmikrobiota sorgt dafür, dass die Immunabwehr des Gehirns richtig funktioniert und damit Entzündungsgeschehen korrekt im Gehirn „bearbeitet“ werden.

Die Darmbakterien sind dafür verantwortlich, dass die Fresszellen des Gehirns (=Mikrogliazellen/Gehirn-Makrophagen) korrekt reifen und arbeiten. Übrigens: Je diverser die Darmmikrobiota zusammengesetzt ist, desto positiver ist ihre Wirkung auf die Mikrogliazellen. Denn möglicherweise können aufgrund der hohen bakteriellen Diversität Nahrungsbestandteile wie insbesondere Ballaststoffe durch das Zusammenwirken verschiedener Stoffwechselfähigkeiten der verschiedenen Bakterienarten gut zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut werden. Diese kurzkettigen Fettsäuren helfen dann nachgewiesenermaßen den Mikrogliazellen, Entzündungsreaktionen korrekt und schnell zu bekämpfen.
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