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Gute Darmbakterien – dichte Blut-Hirn-Schranke? Wie Darmbakterien die Entstehung von Multipler Sklerose beeinflussen könnten

Sven Petterson und seine Post-Doc Victoria Braniste vom Karolinska-Institut in Stockholm machten verblüffende Entdeckungen zu einem möglichen Zusammenhang zwischen Darmbakterien und einem gesunden Gehirn:
Sterile Mausembryonen, die keine Darmbakterien haben, entwickeln eine „löcherige“ Blut-Hirn-Schranke, die auch nach der Geburt und während des Erwachsenen-Stadiums durchlässig bleibt. Faszinierenderweise kann aber die gesteigerte Permeabilität der Blut-Hirn-Schranke in den keimfreie Mäusen wieder gesenkt werden….und zwar, in dem man die keimfreien Mäuse mit der Darmmikrobiota gesunder, nicht-keimfreier Mäuse in Kontakt bringt. Dabei wurde nachgewiesen, dass nur die Bakterien, die kurzkettige Fettsäuren bilden können, diese positive Wirkung haben. Das erinnert an gute Darmbakterien wie Faecalibacterium prausnitzii, die im Darm des Menschen Buttersäure (eine kurzkettige Fettsäure) produzieren und damit entscheidend zur Dichtigkeit des Darmepithels – eine Barriere zwischen innerem Raum und innerer Grenzflädhe Darmschleimhaut – beitragen.

Diese Sätze fassen die erstaunlichen Ergebnisse der Stockholmer Forscher sehr kurz zusammen und implizieren damit u. a. Konsequenzen für das Verständnis der Multiplen Sklerose. Eine durchlässige Blut-Hirn-Schranke, die schädliche Stoffe in das Gehirn durchlässt und es dadurch anfälliger für Schädigungen machen kann, wird bereits als „Starter“ für die Abnahme der Hirnfunktion vermutet. Bislang konnten Wissenschaftler sich aber nicht erklären, warum die Erkrankung so unberechenbar fortschreitet. Die Annahme, dass Änderungen der Darmmikrobiota des Betroffenen die Blut-Hirn-Schranke verändern können, könnte hierfür eine Erklärung liefern.
Die Ergebnisse sind in ihrer Klarheit verblüffend und vielversprechend. Allerdings muss auch darauf hingewiesen werden, dass die Ergebnisse von Mausexperimenten nicht nicht immer auf Menschen übertragen werden können. Es bleibt also abzuwarten, wie sich dieser Aspekt weiter entwickelt.
Eines ist allerdings sicher: Ein gesunder Darm mit einer gesunden Darmmikrobiota ist wohl nie von Nachteil.

Quelle: Braniste, V. et al..2014. The gut microbiota influences blood-brain permeability in mice. Science Translational Medicine 6: 263 (http://m.stm.sciencemag.org/content/6/263ra158


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