Gute Darmbakterien – dichte Blut-Hirn-Schranke? Wie Darmbakterien die Entstehung von Multipler Sklerose beeinflussen könnten

Sven Petterson und seine Post-Doc Victoria Braniste vom Karolinska-Institut in Stockholm machten verblüffende Entdeckungen zu einem möglichen Zusammenhang zwischen Darmbakterien und einem gesunden Gehirn:
Sterile Mausembryonen, die keine Darmbakterien haben, entwickeln eine „löcherige“ Blut-Hirn-Schranke, die auch nach der Geburt und während des Erwachsenen-Stadiums durchlässig bleibt. Faszinierenderweise kann aber die gesteigerte Permeabilität der Blut-Hirn-Schranke in den keimfreie Mäusen wieder gesenkt werden….und zwar, in dem man die keimfreien Mäuse mit der Darmmikrobiota gesunder, nicht-keimfreier Mäuse in Kontakt bringt. Dabei wurde nachgewiesen, dass nur die Bakterien, die kurzkettige Fettsäuren bilden können, diese positive Wirkung haben. Das erinnert an gute Darmbakterien wie Faecalibacterium prausnitzii, die im Darm des Menschen Buttersäure (eine kurzkettige Fettsäure) produzieren und damit entscheidend zur Dichtigkeit des Darmepithels – eine Barriere zwischen innerem Raum und innerer Grenzflädhe Darmschleimhaut – beitragen.
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Nicht mehr ganz dicht? Gluten des Weizens öffnet die Darmbarriere

Glutenhaltige moderne Getreidezüchtungen von Weizen werden mittlerweile von vielen Menschen nicht mehr gut vertragen, auch wenn keine gravierende Erkrankung wie z. B. eine Zöliakie, eine Sprue oder eine Allergie diagnostiziert werden kann.
Neben der aktuellen Diskussion über mögliche immunologische Reaktionen auf die im Weizen enthaltenen ATI-Proteine (alpha-Amylase-Trypsin-Inhibiotoren) zeigen Forschungsergebnisse, dass auch das Gliadin (das Gluten im Weizen) dafür verantwortlich sein kann. Gliadin läßt das Molekül Zonulin im Darm auch bei gesunden Menschen ansteigen. Zonulin ist quasi der „Türöffner“ für die tight-junctions im Darm, also Strukturen, die die Spalten zwischen den Darmzellen abdichten und damit die Darmbarriere dicht halten. Ist der Darm nicht mehr dicht, entsteht ein leaky-gut-Syndrom – ein „leckender“ Darm. Bestandteile des Darminhaltes können dann leicht in subepitheliale Schichten einwandern und dort Entzündungsreaktionen hervorrufen.

Quellen:
Clemente, M. G.; De Virgiliis, S.; Kang, J. S.; Macatagney, R.; Musu, M. P.; Di Pierro, M. R.; Drago, S.; Congia, M.; Fasano, A.: „Early effects of gliadin on enterocyte intracellular signalling involved in intestinal barrier function“; Gut 2003, 52, pp. 218-223
Thomas, K. E.; Sapone, A.; Fasano, A.; Vogel, S. N.: „Gliadin stimulation of murine macrophage inflammatory gene expression and intestinal permeability are MyD88-dependent: role of the innate immune response in Celiac disease“; Journal of Immunology 2006, 176, pp. 2512-2521

Schwein gehabt? Nicht nur Geflügelfleisch ist mit Salmonellen belastet!

Wer im Kontext „Lebensmittel“ das Thema „Salmonellen“ hört, wird nervös. Salmonellen, die Bauchkrämpfe, Fieber und Durchfälle verursachen, sind für den guten Ruf tödlich, und dies gilt umsomehr, als dass jeder Laie Salmonellen kennt.

Jeder assoziiert Geflügelfleisch mit Salmonellengefahr. Das ist ja auch korrekt. Aber was ist mit Schweinefleisch? Kaum einer weiß, dass auch hier ein erhebliches Risiko besteht.

Europweit steht das Risiko, an einer Salmonellose zu erkranken, sogar seltener in Zusammenhang mit dem Verzehr von Geflügelfleisch, sondern mit dem von Schweinefleisch und Eiern. Womit wir dann wieder beim Geflügel wären … aber nichts desto trotz empfehle ich, auch bei der Verarbeitung von Schweinefleisch an die Salmonellengefahr zu denken. Damit Sie immer Schwein haben!

Beste Grüße
Dr. Elke Jaspers

Quelle: Faktenblatt „Salmonellen“ der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit
http://www.efsa.europa.eu/de/search/doc/factsheetsalmonellade.pdf